Ist meine Dosis Schilddrüsenhormone zu hoch?

Hier habe ich ein Formular von Dr. John C. Lowe für eine mögliche Überstimulation mit Schilddrüsenhormonen übersetzt. Es enthält die 20 häufigsten Symptome einer Überstimulation oder einer zu hohen Dosierung mit Schilddrüsenhormonen. Diese Tabelle ist dazu da, um ihnen zu helfen, möglichst früh Anzeichen einer Überstimulation selbst erkennen zu können.

Diese Tabelle enthält 20 potenzielle Symptome einer Schilddrüsenhormon-Überstimulation.

Hier können sie die Symptom-Tabelle als PDF ausdrucken: Tabelle Überdosierung

Bitte beachten sie dabei folgende Punkte:

Wenn Sie durch eine zu hohe Schilddrüsenhormon-Dosierung überstimuliert sind, haben Sie höchstwahrscheinlich mindestens eines oder mehrere der untenstehenden Symptome.

Einige der Symptome können jedoch sowohl bei zu wenigen Schilddrüsenhormonen als auch bei zu vielen Schilddrüsenhormonen auftreten.

Deswegen kann es sein, dass sie einige der hier aufgezählten Symptome schon hatten, bevor sie mit Schilddrüsenhormonen begonnen haben. Es ist deshalb wichtig, dass sie alle ihre Symptome und die Stärke ihrer Symptome kennen, bevor sie mit den Schilddrüsenhormonen beginnen und die Tabelle schon vor der ersten Einnahme von Schilddrüsenhormonen sorgfältig ausfüllen.

Jedes Symptom, welches sie haben, markieren sie in der Tabelle in der Symptomstärke, wie intensiv sie es einschätzen. 10 gilt als die stärkste Ausprägung ihres Symptoms, 1 gilt als die niedrigste Symptom-Ausprägung.

Wenn sie schon Schilddrüsenhormone nehmen, füllen sie ebenfalls die Tabelle anhand ihrer jetzigen Schilddrüsenhormon-Dosierung aus. Nach jeder weiteren Erhöhung ihrer Schilddrüsenhormon-Dosierung füllen sie die Tabelle erneut aus, indem sie nach einigen Tagen der Erhöhung die Veränderungen in ihrem Befinden neu einschätzen.

Auswertung durch Vergleich:

Vergleichen sie dann die neu ausgefüllte Tabelle unter der aktuellen Dosierung mit der Tabelle von der niedrigeren Dosierung.

1. Vergleichen sie, ob sich ihre aktuellen Symptome ihrer jetzigen Schilddrüsenhormon-Dosierung im Vergleich zu den Symptomen bei einer niedrigeren Schilddrüsenhormon-Dosierung verstärkt haben.

2. Vergleichen sie, ob neue Symptome zusätzlich zu den alten Symptomen  hinzu gekommen sind.

Wenn sie eine oder beide Frage mit einem JA beantworten können, dann könnte in beiden Fällen eine zu hohe Dosierung ihrer Schilddrüsenhormone vorliegen.

Wichtig: Die Symptom-Tabellen sind am Besten im Vergleich zu den Symptom-Tabellen unter  niedrigeren Dosierungen aussagekräftig. Deswegen weist Dr. Lowe darauf hin, die Tabellen möglichst mehrmals bereits vor dem Beginn mit Schilddrüsenhormonen auszufüllen oder mehrmals auf der aktuellen Dosierung, bevor man die Dosierung weiter erhöht. Nach jeder Dosis-Erhöhung sollte man die Tabelle erneut sorgfältig ausfüllen. 

Der Vergleich hilft, Unterfunktions-Symptome von Überfunktions-Symptomen zu unterscheiden.

Ebenso sollten regelmässig der Blutdruck, der basale Ruhepuls und die Basaltemperatur nach Dr. Broda Barnes selbst überprüft und notiert werden. Der basale Ruhepuls und die Basaltemperatur sollten Morgens unmittelbar nach dem Aufwachen im Bett gemessen werden.

Hier finden sie eine Anleitung für das Messen der Basaltemperatur nach Dr. Broda Barnes.

Schilddrüsen-Bluttests zeigen leider sehr unzuverlässig an, ob man noch an zu wenigen Schilddrüsenhormonen oder an einer Überdosierung der Schilddrüsenhormone leidet, wie diese Studie zeigt: “Studie: Schilddrüsentests im Blut sind unzuverlässig”.

Dr. Lowe benutzte zur Schilddrüseneinstellung die indirekte Kalorimetrie.

Das Magazin “Endocrine Abstracts” hat ebenfalls 2010 einen Artikel mit einem Beispiel einer Schilddrüsenüberfunktion verfasst, welche anhand der freien Werte fT3 und fT4 nicht erkannt werden konnte. Hier ist der Artikel: Teuer und unzuverlässig – Bluttests der Schilddrüse

Quelle

web.archive.org/web/20101030205447/http://drlowe.com/clincare/clinicalforms/Symptoms.TH.Overstimulation.Lowe.pdf

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