Hoher Blutdruck – Ist es die Schilddrüse?

Dr. Broda Barnes wurde das erste Mal auf den Zusammenhang zwischen einer Schilddrüsenunterfunktion und Bluthochdruck aufmerksam bei seinen Kropf-Patienten in einem Wiener Krankenhaus 1958.

Diese Patienten zeigten alle über Jahre hinweg einen stetigen Anstieg ihres Blutdrucks.

Auch zeigten alle dieser Patienten nach einer oder mehrerer Schilddrüsenoperationen – um den zu großen Kropf operativ zu beseitigen – einen weiteren Anstieg ihres Blutdrucks.

Zur Erklärung: Ein Kropf ist eine Vergrößerung der Schilddrüse wegen Jodmangel. Diese Patienten litten alle an einer Schilddrüsenunterfunktion aufgrund von Jodmangels.

Als Dr. Barnes wieder zurück in den USA war, überprüfte er alle seine Patientenakten, ob er ebenfalls einen Zusammenhang zwischen der Schilddrüse und Bluthochdruck finden konnte.

Und tatsächlich fand er insgesamt 95 seiner Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion in seinen Akten, die bei der Anamnese ebenfalls einen zu hohen Blutdruck hatten.

Durch die Behandlung mit natürlichen Schilddrüsenhormonen konnte Dr. Barnes jedoch bei 94% dieser Patienten (90) den hohen Blutdruck wieder normalisieren.

Sie leiden weiterhin unter einem zu hohem Blutdruck, obwohl Sie schon eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen L-Thyroxin (T4) bekommen?

Dann kann es möglich sein, dass ihre Schilddrüseneinstellung nur ungenügend ist.

Überprüfen Sie ihre freien Werte fT4 und fT3. Viele Patienten fühlen sich unter T4 Monotherapie am wohlsten, wenn beide freien Werte im oberen Drittel des Normbereichs liegen. Der TSH-Wert sollte nicht beachtet werden. Hier finden sie den Werterechner dazu.

Die Patienten von Dr. Broda Barnes bekamen alle natürliche Schilddrüsenhormone. Diese enthalten nicht nur T4 sondern auch T3, T2, T1 und Calcitonin und er stellte sie nach Basaltemperatur und Symptomen ein. Ein Patient war für ihn erst dann gut eingestellt, wenn alle seine Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion beseitigt waren.

Eine T4 Monotherapie nach TSH-Wert ist in den meisten Fällen jedoch sogar potentiell schädlich, wie eine Studie 2015 zeigte.

Auch kann es sein, dass Sie vielleicht mehr von einem Kombipräparat mit T3+T4 wie z.B. Novothyral oder natürlichen Schilddrüsenhormonen wie Armour Thyroid oder Erfa Thyroid ect. profitieren würden als von einer T4 Monotherapie. Die meisten Patienten mit natürlichen Schilddrüsenhormonen benötigen 3-5 grain, um Wohlbefinden zu erreichen.

Fallbeispiel über Bluthochdruck bei Schilddrüsenunterfunktion:

Dr. Broda Barnes beschreibt eine Frau, die seit einigen Jahren an einem sehr hohen Blutdruck litt und deswegen schon eine Odysee mit mehrere Operationen zur Schilddrüsenentfernung sowie einer Gallenblasenentfernung und Entfernung von Teilen der Nebenniere hinter sich hatte.

Dr. Barnes sah diese Patientin das erste Mal im Dezember 1958, als sie einen Blutdruck von 200/130 hatte und unter starken Myxödemen litt.

Er behandelte sie mit seiner üblichen Einstiegsdosis von 1 grain täglich mit natürlichen Schilddrüsenhormonen und in den nächsten paar Wochen begann ihr Blutdruck ein wenig nach unten gehen.

Drei Monate später, die Patientin nahm inzwischen täglich 2 grain natürliche Schilddrüsenhormone ein,  war ihr Blutdruck schon fast normal. Ihre Schilddrüsendosis wurde dann auf täglich 3 grain angehoben und ihr Blutdruck wurde nun normal. Sie konnte nun auch wieder arbeiten gehen, berichtete Dr. Barnes.

Wegen einem Umzug in eine andere Stadt musste seine Patientin jedoch ihren Arzt wechseln. Der neue Arzt stoppte ihre Schilddrüsenmedikation und stellte sie stattdessen auf Diuretika und Psychopharmaka (Tranquilizer) ein.

Im Dezember 1971 sah Dr. Barnes diese Patientin wieder. Ihr Blutdruck war nun wieder 200/130, ihr Cholesterin war wieder stark erhöht und sie hatte mittlerweile eine starke Arthritis entwickelt und war abhängig von Schmerzmitteln.

Dr. Barnes stoppe die Diuretika und Psychopharmaka sofort und sie nahm die Schilddrüsentherapie mit natürlichen Schilddrüsenhormonen wieder auf. Der Blutdruck sank auch allmählich wieder auf 150/100, jedoch sank er nicht mehr weiter. Die Patientin nahm immer noch Schmerztabletten und verstarb 18 Monate später sehr plötzlich. Der Autopsiebericht zeigte, dass sie an einer Nierenarterienstenose verstarb.

 

Quelle: “Hypothyroidism: The Unsuspected Illness” von Broda O. Barnes, M.D. und Lawrence Galton