Die Bedeutung der freien Schilddrüsenwerte bei Brustkrebs

Im Juli 1989 wurde in Japan eine Studie vorgestellt, dass ein niedriges freies T3 und freies T4 innerhalb des Normbereichs ein möglicher Risikofaktor für Brustkrebs ist. Bei der Messung des TSH gab es in dieser Studie jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen gesunden Kontrollpersonen und Patientinnen mit Brustkrebs.

Diese Studie zeigt auch, dass die freien Werte fT3 und fT4 eine deutlich wichtigere Bedeutung haben als der TSH, wenn es darum geht, Brustkrebs zu vermeiden.

Teilnehmer der Studie:

Es wurden 39 vor der Operation stehende japanische Frauen mit Brustkrebs Stufe 2 untersucht und
36 gesunde japanische Frauen als Kontrollpersonen untersucht.

Alle Teilnehmerinnen der Studie hatten bis zum Zeitpunkt der Studie keine diagnostizierte Schilddrüsenerkrankung, keine der Teilnehmerinnen nahm empfängnisverhütende Steroide ein.

Ergebnis der Studie:

Der durchschnittliche fT3-Wert und fT4-Wert der Brustkrebs-Patientinnen war signifikant niedriger im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen. Der fT3-Wert variierte besonders stark zwischen gesunden Kontrollpersonen und Brustkrebs-Patientinnen.

Der TSH zeigte jedoch keinen signifikanten Unterschied zwischen Brustkrebs-Patientinnen und gesunden Kontrollpersonen.

Referenzbereiche für die freien Werte:

freies T3: 4,6-7,1 pg/ml
freies T4: 0,75-2,10 ng/dl

 

Übersicht über die Schildrüsenwerte aus der Studie:

 

 

Gesunde  Kontrollpersonen

Verteilung %
Normbereich

Brustkrebs-
Patientinnen

Verteilung %
Normbereich

Freies T3 (pg/ml)

     6,7 pg/ml     84% 5,6 pg/ml 40%

Freies T4 (ng/dl)

1,19 ng/dl 32% 1,04 ng/dl 21%

TSH (U/ml)

1,05 U/ml   1,13 U/ml  

 

Wie man auch sehr schön erkennen kann, der TSH-Wert kann die großen Unterschiede zwischen den fT3-Werten nicht ausdrücken.

Schlussfolgerung de Studienleitung:

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie deuten darauf hin, dass niedrige Serumspiegel von fT3 und fT4 im unteren Drittel des Normbereichs eine wichtige Kennzahl für das Risiko an Brustkrebs zu erkranken sein können und idealerweise im oberen Normbereich liegen sollten.

Leiden sie trotz Schilddrüsenhormonen weiterhin an Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion?

Dann überprüfen sie einmal ihre freien Werte fT3 und fT4 und geben sie zusammen mit den individuellen Normwerten ihres Labors in den Werterechner ein und schauen sie, wo sie prozentual innerhalb des Normbereichs liegen.

Die meisten Patienten fühlen sich mit freien Werten fT3 und fT4 im oberen Drittel des Normbereichs wohl, also ab ca. 60%.

Liegen ihre freien Werte fT3 und fT4 nur im untersten Normbereich, obwohl der TSH perfekt ist?

Dann sprechen sie mit ihrem Arzt, zeigen sie ihm diese Studie und bestehen sie darauf, ihre freien Werte innerhalb des Normbereichs durch eine Erhöhung der Dosis anzupassen.

Hier finden sie die Originalstudie.

 

Quellen:

http://cancerres.aacrjournals.org/content/49/11/3109.full-text.pdf
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2720668