Broda Barnes: Diabetes und Schilddrüsenunterfunktion – Gibt es einen Zusammenhang?

Bereits 1954 veröffentlichte ein Detroiter Arzt Dr. C. D. Eaton einen Bericht über einen Zusammenhang zwischen Hypothyreose und Diabetes Mellitus in der Zeitschrift “Michigan Medical Society”. Er berichtete über seine Erfahrung mit Hunderten von Diabetes-Patienten.

Er fand heraus, dass die Symptome einer Diabetes und einer Schilddrüsenunterfunktion sich sehr ähneln, mit Ausnahme der Störungen des Kohlenhydrat-Stoffwechsels, der nur bei Diabetes auftritt.

Diabetiker und Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion litten beide häufig an einem oder mehreren Symptomen wie Juckreiz, Schwäche, Verstopfung, Muskelschmerzen, erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin), erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, schlechtere Heilung von Wunden, Somnolenz, vorzeitige Arteriosklerose und Gangränen.

Jedoch wurden bei Diabetikern mit solchen Symptomen üblicherweise nur die Blutzuckerspiegel eingestellt – die anderen Symptome der Diabetiker wurden meistens ignoriert, schreibt Dr. Eaton weiter.

Dr. Eaton versuchte nun, die Häufigkeit einer Schilddrüsenunterfunktion bei seinen Diabetes-Patienten festzustellen anhand der Bestimmung der basalen Stoffwechselrate, auch Grundumsatz genannt.

Dr. Eaton fügt hinzu, dass dieser Test bei Diabetikern offensichtlich nicht empfindlich genug anzeigt und damit viele Fälle einer subklinischen Hypothyreose übersehen werden können. Dennoch kam Dr. Eaton zu dem überraschenden Ergebnis, dass bei Diabetikern eine Schilddrüsenunterfunktion häufiger vorkommt als bei Nicht-Diabetikern.

Dr. Eaton begann nun die hypothyreoten Diabetes-Patienten mit physiologischen Mengen an natürlichen Schilddrüsenhormonen zu behandeln und stellte fest, dass es keinerlei negative Auswirkungen auf die Einstellung des Blutzuckers hatte.

Jedoch: Es gab andere deutliche Veränderungen seiner Diabetes-Patienten. Sie verloren ihre Müdigkeit, ihre Hautprobleme und die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten nahm ebenfalls stark ab.

Außerdem stellte Dr. Eaton fest, dass seine Diabetes-Patienten durch die Behandlung mit natürlichen Schilddrüsenhormonen weniger Probleme mit Thrombosen oder Blutgerinnseln bekamen. Auch die Häufigkeit von Gangränen trotz Arteriosklerose verringerte sich.

Dr. Eaton führt diesen Rückgang typischer Diabetes-Komplikationen auf die erhöhte Blutzirkulation in den Extremitäten zurück, da durch den erhöhten Blutkreislauf weniger Blutstauungen vorkamen.

Dr. Broda Barnes schreibt, dass nicht nur er, offensichtlich auch die gesamte Ärzteschaft damals diese wichtigen Berichte von Dr. Eaton lange Zeit übersehen haben.

Dr. Broda Barnes bestätigte einige Jahre später  Dr. Eatons Bericht und schreibt, er kann jede Aussage von Dr. Eaton über den Zusammenhang zwischen Diabetes und Schilddrüsenunterfunktion bestätigen.

Quelle

“Hypothyroidism: The Unsuspected Illnes” von Broda O. Barnes, M.D. und Lawrence Galton

Weitere Artikel

Unterzuckerung/Hypoglykämie und Schilddrüsenunterfunktion

Studie: Natürliche Schilddrüsenhormone bei Diabetes

Broda Barnes: Tolbutamid und Arteriosklerose

Diabetische Neuropathie – Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion