Schilddrüsenunterfunktion beim Hund versus Mensch

Heute möchte ich ein paar interessante Gedanken zum Thema Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden aufschreiben:

Schilddrüsenwerte in der Norm – alles gut?

Die allermeisten Schilddrüsen-Patienten werden von ihren Ärzten höchstens mit einem müden Lächeln wieder nach Hause geschickt, wenn sie ihre noch in der Norm liegenden Blutwerte mit dem Arzt diskutieren wollen. Offensichtlich gilt das Motto :” Was wollen sie denn eigentlich, ihre Werte sind doch in der Norm. Es ist also alles in Ordnung mit ihrer Schilddrüse…”

Ähnlich scheint es leider in der Tiermedizin bei Hunden zu sein. Ich habe bis jetzt nur 2 Seiten insgesamt über Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden gegoogelt.

Bei beiden Tier-Seiten ist mir sofort aufgefallen, dass den Verfassern dieser Seiten anscheinend die Diskrepanz zwischen vorhandenem Wissen über Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden und der tatsächlichen Behandlung in der Realität ebenfalls bekannt zu sein scheinen.

Ich zitiere eine deutsche Seite für Hundebesitzer:

“Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Hunde, deren T4-Wert noch im unteren Normbereich liegt und die trotzdem Auffälligkeiten zeigen. Bei der Recherche zu diesem Artikel bin ich in „Klinische Pathophysiologie“ von Siegenthaler aus der Humanmedizin auf eine mögliche Erklärung gestoßen:
Zitat: „Die Messung von T4 und T3 gibt nur die Hormonkonzentrationen, d.h. einen statischen Wert an, sagt aber nichts über die Umsatzgeschwindigkeit der extrahyreoidalen Hormone: Da sie bei Hyperthyreose ansteigt und bei Hypothyreose abfällt, könne sowohl die Überfunktion wie auch die Unterfunktion der Schilddrüse u. U. mit normalem T4-Gehalt des Serums einhergehen.“

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es Hunde mit T4-Werten im unteren Normbereich gibt, die absolut keine Probleme haben, aber leider auch solche mit Auffälligkeiten.”

Es ist eigentlich wie bei uns Menschen, oder? Nur das es so viele Menschen- und Tier-Ärzte einfach nicht interessiert, solange die Werte in der Norm sind.

Umwandlungsstörung und NDT, natürliche Schilddrüsenhormone

Ich zitiere wieder eine Seite für Hundebesitzer, dieses Mal eine englische:

“ Dessicated thyroid extracts cost more than synthetics and larger amounts may be needed. Because they contain T3 as well as T4, they can help the few dogs who are unable to convert T4 to T3.”

Natürliche Schilddrüsenhormone, NDT kosten mehr als die synthetischen Schilddrüsenhormone und es werden größere Mengen davon benötigt. Weil sie T3 und T4 enthalten, können sie den wenigen Hunde helfen, die T4 nicht zu T3 konvertieren können.

Bei Hunden weiß man auf dieser Seite also auch von einer möglichen Umwandlungsstörung.

Bei Hunden weiß man auf dieser Seite auch davon, dass man von den natürlichen Schilddrüsenhormonen, NDT, deutlich mehr benötigt im Vergleich zu synthetischem T4 only.

Wievielen Menschen-Ärzten sind überhaupt NDT, natürliche Schilddrüsenhormone bekannt?

Wieviele Menschen-Ärzte wissen davon, dass vielen Patienten synthetisches T4 only alleine nicht ausreicht, um Symptomfreiheit zu erlangen?

Wieviele Menschen-Ärzte wissen, dass es oft Patienten gibt, die zusätzliches T3 benötigen, weil ihre Schilddrüse es nicht mehr genügend herstellen kann aus T4 only?

Wievielen Menschen-Ärzten ist bekannt, dass man bei natürlichen Schilddrüsenhormonen oft viel mehr einnehmen muss als bei synthetischem T4 only?

Wie oft entstehen gerade deswegen die Vorurteile, dass natürliche Hormone so viele Nebenwirkungen haben, weil der Menschen-Arzt dem menschlichen Patienten es verweigert, bis zur Symptomfreiheit weiter zu steigern, weil die Äquivalenz-Dosis zu T4 only schon längst überschritten ist?

Genau das selbe Problem scheinen Hunde mit Schilddrüsenunterfunktion auch zu haben.

Und weiter geht es auf der englischen Hunde-Seite mit den typischen Unterfunktions-Symptomen, die sich unter der Therapie mit Schilddrüsenhormonen beim Hund sehr schnell zurückbilden:

“Hypothyroid dogs respond quickly to thyroxine (T4) treatment, with improvements in attitude, mood, mental alertness, energy, activity levels, appetite, and aggressive behavior during the first week or two. Skin and coat problems usually improve within four to six weeks, while hair regrowth may take four months or longer. In most cases thyroid medication is needed for life.”

Hypothyreote Hunde reagieren schnell auf eine T4-Behandlung mit Verbesserungen in ihrer Stimmung, ihrer Haltung, der geistigen Wachheit, Energie, Aktivität, dem Appetit und Verbesserungen bei aggressivem Verhalten. Schon während den ersten 1-2 Wochen. Haut- und Fellprobleme verbessern sich in der Regel nach 4-6 Wochen und so weiter….

Auch in der Tiermedizin werden also mentale Probleme durch Schilddrüsenhormone beseitigt, es werden Müdigkeits- und Konzentrationsprobleme beseitigt und Haarprobleme.

In der Menschenmedizin werden bei mentalen Problemen erstmal Psychopharmaka verordnet. Oder bei ADHS eben Ritalin. Warum erinnere ich mich beim Stichwort ADHS eigentlich an das Fallbeispiel des aggressiven Hundes, welches man auch auf der deutschen Hundeseite als Leserkommentar lesen kann?

Haben Hunde eigentlich schon mal Ritalin bekommen? Warum bekommen es dann Menschenkinder?

Abschliessend kann ich leider nur feststellen, dass es – zumindest in Deutschland – auch nicht viel besser in dem frühen Erkennen von Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden genau so wenig wie beim Menschen wäre:

“Zitat: „…beim Hund die mit Abstand wichtigste Krankheit der Schilddrüse und die dritthäufigste Endokrinopathie des Hundes überhaupt. Die Krankheit entwickelt sich langsam und schleichend, weshalb frühe Symptome häufig übersehen, nicht beachtet oder als Alterserscheinung abgetan werden. Die Diagnose wird daher in vielen Fällen erst gestellt, wenn sich schwere klinische Erscheinungen wie eine allgemeine Schwäche, Haarausfall oder auch neurologische Symptome einstellen.“ (GKF)”

 

Quellen:

http://www.airedale-kft.de/Gesundheit/Schilddrusen-Unterfunktion/schilddrusen-unterfunktion.html
http://dogaware.com/articles/wdjhypothyroid.html