Umstellung von synthetischem T4 only auf NDT

Aus aktuellem Anlass möchte ich Sie heute an ein paar Gedanken von Broda Barnes aus seinem Buch “Hypothyroidism: The Unsuspected Illness” teilhaben lassen.

In diversen Schilddrüsenforen – und Facebookgruppen ist immer wieder zu lesen, dass Patienten, die auf T4 only sind und auf NDT umstellen wollen, dies langsam angehen sollen, mit kleinsten Dosierungen einsteigen sollen und diese kleinen Dosierungen wenn möglich noch auf 3-4 Einzeldosen aufzusplitten.

Andere Meinungen und Erfahrungen werden schnell als falsch und gefährlich postuliert, und wie ich finde, es wird damit Angst geschürt.

Doch ist diese Angst tatsächlich auch begründet?

Mir fallen dazu 2 Fallbeispiele von Broda Barnes ein.

Beide Fälle hatten noch nie vorher Schilddrüsenhormone zugeführt. Also schienen aufgrund ihrer Symptome schon lange an einer Schilddrüsenunterfunktion zu leiden.

Fall 1 von Broda Barnes:

55-jährige Frau, welche bereits 5 Bluttransfusionen eine Woche vor B. Barnes Behandlung erhielt, weil sie an einer starken Blutung seit 6 Monaten litt.

Sie hatte noch viele weitere Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion und auch ihre Temperatur war zu niedrig.

Broda Barnes gab ihr initial und damit ohne jegliches Einschleichen 3 grain NDT, natürliche Schilddrüsenhormone.

Nach bereits 5 Tagen war ihre Blutung gestoppt.

Sie wurde danach auf 2 grain täglich eingestellt und fühlte sich offensichtlich weiterhin wohl und gesund damit.

Fall 2 von Broda Barnes:

45-jährige Frau, litt ebenfalls an starken Menstruationen und hatte lt. Broda Barnes mehr als ein Viertel ihres Blutes durch diese starken Blutungen verloren und bekam ebenfalls Transfusionen.

Sie litt ebenfalls noch an anderen Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion und ihre Basaltemperatur war ebenfalls erniedrigt.

Broda Barnes gab dieser Frau initial, ohne Dosiseinschleichen wieder 3 grain täglich.

Nach nur 7 Tagen war der Blutfluss gestoppt.

Auch einige Monate später blieben unter dieser Dosis alle Symptome der Schilddrüsenunterfunktion verschwunden.

Was möchte ich mit diesen 2 Fallbeispielen ausdrücken?

Beide Personen hatten nie zuvor in ihrem Leben Schilddrüsenhormone eingenommen.

Beide Personen waren also offensichtlich aufgrund der Schwere ihrer Symptome schon sehr lange in Unterfunktion.

Und wie das nunmal so ist bei langanhaltender Schilddrüsenunterfunktion, waren sicherlich auch die Nebennieren dieser Personen entsprechend angegriffen.

Beide Personen bekamen sofort, ohne einschleichen, 3 grain NDT. Beide Personen nahmen diese 3 grain morgens, nüchtern. Ich kenne keinen Fall, wo Broda Barnes seinen Patienten empfahl, diese Dosis aufzuteilen.

Beide Personen konnten damit gesund werden. Starben nicht an Herzversagen durch Schock von 3 grain erstmalig am Morgen. Und kamen mit diesen Dosen auch aus. Wahrscheinlich gerade WEIL sie die Gesamtdosis morgens und nüchtern einnahmen.

Broda Barnes empfahl seinen Patienten, mit 1 grain einzusteigen und dann um 1 grain zu erhöhen nach 2 Monaten. Broda Barnes schrieb ausdrücklich, dass der Einstieg mit 1 grain sicher ist.

Broda Barnes empfahl besonders schweren oder großen Patienten, gleich mit 2 grain einzusteigen.

Die einzige Ausnahme, die Broda Barnes macht und bei der er zur Vorsicht mit der einschleichenden Dosierung von NDT rät, ist die, wenn jemand gerade einen Schlaganfall erlitten hat.

Dann sagt er, muss derjenige Patient einfach langsamer machen beim Einschleichen mit natürlichen Schilddrüsenhormonen und nur mit einem halben grain beginnen.