Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Hier ist ein sehr interessanter Artikel über Hypothyreose in der Schwangerschaft und den Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Schizophrenie des Kindes.

Dass generell eine Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft schlecht für das ungeborene Kind ist, ist ja schon relativ bekannt.

Beispielsweise gibt es Studien darüber, dass Kinder von Müttern mit unbehandelter (da kann man getrost auch schlecht eingestellter Schilddrüsenunterfunktion hinzufügen) Schilddrüsenunterfunktion einem höherem Risiko ausgesetzt sind, im späteren Leben einen signifikant niedrigeren IQ zu haben als Kinder von Frauen ohne Schilddrüsenunterfunktion.

Das mag daran liegen, dass im ersten Drittel der Schwangerschaft das Kind noch keine eigenen Schilddrüsenhormone bilden kann und auf das Thyroxin (T4) der Mutter angewiesen ist.

In einer PubMed Veröffentlichung über mütterlichen Thyroxin-Mangel (T4) in der Schwangerschaft steht dazu geschrieben, dass es eindeutige Beweise gibt, dass eine Hypothyroxinämie der Mutter zu negativen Auswirkungen auf die Entwicklung des fetalen Hirns führt, wodurch die Risiken für kognitive Defizite und eine schlechte psychomotorische Entwicklung im späteren Leben steigen.

Schizophrenie und Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft

Heute nun auch noch das erhöhte Schizophrenie-Risiko.

So heisst es dort, dass der Nachweis von Tier- und Humanstudien zeigt, dass ein Schilddrüsenhormonmangel während der frühen Schwangerschaft die Entwicklung des Gehirns des Kindes verändert.

Man stellte die Frage, inwiefern Schizophrenie und premorbide (vor dem Ausbruch der Krankheit auftretend) kognitive Defizite von Kindern zusammenhängen könnten.

Es wurden die Blutseren der Mütter mit Schilddrüsenhormon-Mangel während der frühen Schwangerschaft bis hin zur Mitte der Schwangerschaft ausgewertet.

Die Untersuchung basiert auf einer finnische vorgeburtliche Studie von Schizophrenie, einer Fall-Kontroll-Studie, die von nahezu allen Schwangerschaften seit 1983 die mütterlichen Seren archiviert enthielten.

Es wurden dafür außerdem alle Nachkommen mit der Diagnose Schizophrenie auf Grundlage der nationalen stationären und ambulanten Register identifiziert und bewertet.

Diese Studie habe ich der PubMed-Datenbank entnommen.

Quellen

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26194598

Hypthyroxinemia During Gestation and Offspring Schizophrenia in a National Birth Cohort

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23600900

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